Doppelhaushälft bei Trennung

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Frage zur Scheidung

Ich lebe mit meiner Tochter allein in der meinem getrennt lebenden Ehemann und mir gehörigen Doppelhaushälfte (Eintragung im Grundbuch und Kredivertrag: beide). Nachdem ich die gesamten Kredittilgungen hierfür bereits in den Ehejahren und natürlich auch jetzt nachweislich ohne seine Beteiligung allein geleistet habe, stellt sich mir die Frage, ob und inwieweit er bei einer Scheidung Rechte an der Doppelhaushälfte geltend machen kann? Laut einer Freundin soll es neuere Rechtsprechung geben, die besagt, dass ich das Wohneigentum behalten könne, wenn ich die Zahlungen lückenlos anhand von Bankunterlagen nachweise. Ich habe das Urteil im Internet jedoch nicht finden können. Evtl. sollte ich noch hinzufügen, dass während der Ehe auf meinen Ex-Partner ein weiteres Grundstück eingetragen wurde, welches jedoch eigentlich seinem Vater gehört und auch von diesem genutzt wird. Wäre dies u.U. werthaltig gegenzurechnen, falls ihm doch die Hälfte der Doppelhaushälfte zusteht?

Antwort vom Experten

Unabhängig von der bestehenden Ehe bilden Sie mit dem Ehemann eine sog. Miteigentümergemeinschaft mit je einem halben Eigentumsanteil an der Doppelhaushälfte. Daran ändert auch eine Trennung oder Scheidung nichts. Die Tatsache, dass Sie bis dato die gesamten Raten aus eigener Tasche bezahlt haben, würde sich im Rahmen des Zugewinnausgleiches auswirken. Dieser würde auf Antrag im Scheidungsverfahren durchgeführt werden. Dabei wird dann berücksichtigt, dass der Ehemann während der Ehe einen halben Miteigentumsanteil an dem Haus "zugewonnen" hat, ohne sich an der Finanzierung zu beteiligen. Das andere Grundstück würde hier ebenfalls wertmäßig mit einbezogen. Beim Zugewinnausgleich kommt es jedoch stets nur zu einen Wertausgleich, also Ansprüchen auf Geld. Den hälftigen Miteigentumsanteil verliert der Ehemann dadurch nicht. Hier empfiehlt sich eine entsprechende Trennungsvereinbarung/ Scheidungsfolgenvereinbarung nach welcher der Ehemann seinen Miteigentumsanteil auf Sie überträgt.

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